Mit dieser Frage beschäftigte sich die Gesprächsrunde „Ethik und Literatur“ in der Brigitte Reimann Bibliothek, bei der Isse Abdirachid und Adam Mahmoud von Immigrant Networks auf dem Podium saßen. Beide haben ihre Wurzeln in anderen Ländern und leben heute in Hoyerswerda. Ihre Geschichten zeigen: Heimat kann ganz unterschiedlich empfunden werden.
Adam Mahmoud verbindet seine Wurzeln mit Syrien. Feste, Essen, Traditionen und viele Erinnerungen halten die Verbindung zu seiner Herkunft lebendig. Gleichzeitig fühlt er Heimat dort, wo er eine Perspektive für sein Leben sieht – und diese Perspektive findet er heute in Hoyerswerda.
Für Isse Abdirachid ist Heimat auch eng mit seiner Familie verbunden. Teile seiner Familie leben weiterhin dort, wo seine eigenen Wurzeln liegen. Dadurch bleibt dieser Ort ein wichtiger Teil seines Lebens – auch wenn sein Lebensmittelpunkt heute ein anderer ist.
Diese beiden Gespräche machten deutlich: Es gibt nicht unbedingt die eine Heimat. Heimat kann dort sein, wo die eigenen Wurzeln liegen, wo Familie lebt, wo Erinnerungen entstehen oder wo man eine Zukunftsperspektive gefunden hat.
Vielleicht kann man Heimat deshalb nicht nur als einen Ort verstehen. Heimat kann vielmehr ein Gefühl sein – und manchmal hat dieses Gefühl mehr als ein Ort auf der Welt.


